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Die Firma
Die ALKENA GmbH produziert und vertreibt seit 1978
Naturtextilien mit dem Schwerpunkt Seide. Von Anfang
an gehörte eine sozial und ökologisch nachhaltige
Produktionsweise zur Firmenphilosophie. Um die hohen
Qualitätsansprüche zu sichern wurde 1995 ein joint venture
Unternehmen in Chengdu, Hauptstadt der Sichuan Provinz
in China, gegründet.
Die Sichuan ALKENA Textiles Co. (SATC)
Sämtliche ALKENA Produkte werden seit diesem Zeitpunkt
dort hergestellt. 

 

Das Rohmaterial
Wie bei allen Naturfasern ist auch bei Seide die Qualität des
Rohmaterials entscheidend für die Qualität des Endproduktes.
Das Rohmaterial für Seide ist der Seidencocon. Verschiedene
Arten von Raupen produzieren unterschiedliche Seidenqualitäten.

An erster Stelle steht die Maulbeerseide. Hergestellt von dem
sogenannten Maulbeerseiden - Spinner (Bombix Mori) welcher
die qualitativ beste Seide produziert.
Der Name kommt von der Futterpflanze, dem Maulbeerbaum,
dessen Blätter die einzige Nahrung für die Raupen darstellen.
 

Der Verbrauch
Über 6 kg frische Cocons werden für 1 kg Filament-Seide      benötigt.
Filament ist Seide die direkt vom Cocon abgehaspelt wird.
1 kg solcher Qualität ergeben 5-6 T-shirts.

Oder anders ausgedrückt: 475 Seidenraupen erzeugen
1kg frische Cocons und benötigen dafür 30 kg Maulbeerblätter.

Für 1 T-shirt werden rund 500 Cocons benötigt oder 32 kg         Maulbeerblätter.     

Der nächste logische Schritt war die Herstellung des Rohmaterials nach unseren ökologischen Grundsätzen

Die Lage                                                                           Das Projektgebiet liegt in der Sichuan Provinz, nahe der Kreisstadt Jiangyou im Hügelland der Ostausläufer des Himalayagebirges um 500 m über NN. Die Berggipfel dort erreichen noch über 4.000 Meter und in den Bambuswäldern
leben die Pandabären.
                                                                                           Das Ziel
Zielsetzung ist, wieder gute Seiden-Qualitäten verfügbar zu machen und sowohl Anbauer als auch Behörden auf neue Wege zu bringen.

Die Mengen                                                            
Das Projekt umfasst ca. 200 ha mit einer Jahresproduktion von rund 30`000 kg Cocons. Dazu werden ca. 900`000 kg Maulbeerblätterbenötigt.  

Das Futter                                                                          
Die Maulbeersträucher gedeihen auf weniger produktivem Land. Sie werden als Büsche gezogen, ähnlich wie Kopfweiden ohne
Stammbildung. Die Triebe, bis 15 an der Zahl, wachsen über 2 m hoch und viermal pro Jahr werden alle Blätter abgepflückt.
Damit füttert man vom Mai bis September die Seidenraupen
.         

Auf dem SABA Project wurden bis jetzt ca. 600`000 Maulbeerbäume gepflanzt. Dazu noch hunderte von Obstbäumen und ca. 5000 andere Bäume als Nistplätze für Vögel, zur Beschattung und als Windschutz.                                                                                                                                       

Es war von Anfang an klar das eine solche Monokultur nur mit biologisch - dynamischen Anbaumethoden ein gesundes Gleichgewicht erhält.

Die Seidenraupe
Sie frisst und frisst, fast ununterbrochen während ca. 30 Tagen. Vier mal macht sie einen Tag Pause während
dem sie sich häutet. Ungefähr während 5 Tagen spinnt sie ihren Cocon und verbraucht dabei einen grossen Teil
ihrer Körpermasse. Dann beginnt die Puppenruhe und nach ca. 10 - 15 Tagen schlüpft der Falter aus, sucht sich
einen Partner und legt zwischen 300 und 500 Eier. Anschliessend beginnt der Kreislauf wieder von vorne.

Das zwischen dem was sie frisst und der Qualität des Fadens ein intimer Zusammenhang besteht ist einleuchtend.
Die Seidenraupen bestehen sozusagen aus umgewandelten Maulbeerblätter und wenn sie nur die allerbeste Qualität an Blätter bekommen, dann hat dies eine unmittelbare Auswirkung auf das Endprodukt.
 

Der Unterschied

D
ie häufigste Frage mit der wir konfrontiert werden, lautet:
“Was ist der Unterschied zwischen organic und konventioneller Seide?” 

1. Je besser die Qualität der Nahrung desto besser die Qualität der Seide.
Der größte Unterschied liegt in der Nahrung für die Raupen. Die Raupen verwandeln Maulbeerblätter in Körpersubstanz aus der sie anschliessend wiederum den Cocon bilden. Durch den biologisch dynamischen Anbau erhalten unsere Raupen ein qualitativ hochwertiges Futter ohne jegliche schädliche Belastung.
Bei Schadstoffbelastetem Futter reagieren die sehr empfindlichen Tiere direkt, indem sie sofort eingehen oder sich nicht richtig entwickeln und allen möglichen Krankheiten ausgesetzt sind. Dadurch entstehen große quantitative und qualitative Verluste. Minderwertige Cocons von geringer Größe, fleckig, dünnwandig und gelblich anstatt perlweiss.

 2. Von größeren Cocons können längere Endlosfäden abgewickelt werden.
Ein guter Cocon enthält ca. 2500 m Seidenfasern. Davon können bis zu 1500 m endlos abgespult werden. (Haspelseide)
Die übrigen Fasern werden für gesponnene Seide verwendet (Schappeseide, Bourretteseide) oder zum wattieren von Decken und Jacken.
Bei minderwertigen kleinen Cocons ist logischerweise der Ertrag an Seide geringer. Außerdem hat Seide, welche von solchen Cocons abgehaspelt wird, eine geringere Elastizität, der Fadendurchmesser ist ungleichmäßig und die Seide hat eine trübe Farbe. Dies wirkt sich in allen folgenden Produktionstufen negativ aus.
Die Gewebe und Gestricke werden ungleichmäßig und benötigen einen höheren Einsatz von Chemikalien für die Färbevorstufe und der Material- verlust ist insgesamt größer.
 

3. Biologisch dynamischer Landbau verbessert die Lebensbedingungen nachhaltig.
Die Biologisch dynamische Anbaumethode führt zu einer Verbesserung der Umweltbedingungen und dadurch zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen ganz allgemein. Es wird auch mehr Handarbeit benötigt, was sich bei der hohen Arbeitslosigkeit unter der chinesischen Landbevölkerung positiv auswirkt.
Die zertifiziert biologische Seide aus unserem Projekt entspricht dem höchsten Qualitätsniveau. Dies führt zu Nachahmung, sobald erkennbar wird das dies auch ökonomische Vorteile bietet. Es ist dann nur noch ein kleiner Schritt bis diese Erkenntnis auch beim Anbau der Nahrungsmittel greift.

4. Mit Biologisch dynamischem Landbau verbessern sich auch die ökonomischen Verhältnisse.

Durch die gute Coconqualität können nicht nur höhere Erträge erzielt werde, der biologische Landbau geht auch Hand in Hand mit fairem Handel. Der sorgsame Umgang mit der Umwelt stellt den Menschen in den Mittelpunkt  und führt auch zu einem sorgsamen Umgang mit den Handelspartner. Feste Preise und Abnahmeverträge verhindern dass die Landbevölkerung durch künstlich manipulierte Preise übervorteilt wird.
Es ist auch für die nachfolgenden Prozesstufen wesentlich einfacher wenn der Rohmaterialpreis für einen festen Zeitraum zum vornherein bekannt ist.

Projektleitung:  SATC     
Beratung:  Herr Stephan Andrae , Dipl. Agrar.Ing. und                Prof. Julius Obermaier    
Zertifizierung:  IMO, Nanjing